Die Sache mit den Empfehlen-Buttons

Alle kennen sie, die Empfehlen-Buttons auf Webseiten, die, sobald man darauf klickt, ein Formular öffnen, in dessen Feldern vorformulierter Text steht, der die Webseite in mehr oder weniger hohen Tönen preist und weiterempfiehlt. In ein Empfängerfeld kann man die Emailadresse eines Freundes oder mehrerer Freunde eintragen und der Inhalt dieses Formulars wird dann vom Server des Webseitenbetreibers zum Emailserver des Empfängers/der Empfänger übertragen.

Die Idee dahinter: Abseits von schnöden Emailprogrammen, die der Kunde zuerst öffnen muss, um dann Emailadresse des Freundes und einen eigenen Text als Empfehlung zu schreiben, soll das Empfehlungsmarketing verschönert und vereinfacht werden. Die Idee ist gut - aber leider mittlerweile ungesetzlich. Zumindest in Deutschland. Contao-Kollege Mario Müller wies mich dankenswerterweise auf diesen Gerichtsbescheid in Deutschland hin.

Nachdem ich auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich zwar eine Menge solcher Buttons, aber keine rechtsverbindliche Information dazu finden konnte, und auch auf unserem letzten Stammtisch keiner so recht mit der Rechtslage vertraut war, habe ich umgehend beim Rechtsanwalt der Wirtschaftskammer direkt angefragt.
 

Die Antwort traf heute bei mir ein und ich möchte sie gerne mit euch teilen:

Sehr geehrte Frau Szendi,

gerne antworte ich auf Ihre Anfrage: Es ist mE sehr zu empfehlen dieses Verbot auch als österreichische Unternehmerin zu beachten. Denn auch wenn keine parallele Entscheidung des österreichischen Obersten Gerichtshofs ergangen ist, so beruht die deutsche höchstgerichtliche Entscheidung doch auf einer ähnlichen Rechtslage. Im Übrigen wäre ein solches Service einer österreichischen Website auch in Deutschland abrufbar und könnte daher in Deutschland abgemahnt werden. Tatsächlich gibt es nicht wenige deutsche Rechtsanwälte, die Betreiber österreichischer Websites abmahnen (dies ist mit einer Klagsdrohung in Deutschland und erheblichen Kosten verbunden).

Freundliche Grüße

Dr Christian Handig

Abteilung Rechtspolitik
Wirtschaftskammer Wien

So lautet also die Empfehlung der Wirtschaftskammer, keine Empfehlen-Formulare mehr auf Webseiten einzurichten. Es macht auch Sinn, Kunden, die bereits ein solches Formular eingebaut haben, darauf hinzuweisen, dass Sie rechtliche Probleme bekommen könnten. Ein Empfehlen-Button der mit "mailto" funktioniert und das Emailprogramm des Kunden öffnet, dürfte jedoch unbedenklich sein, denn dann wird das Email ja nicht mehr vom Webseitenserver, sondern aus dem Emailprogramm des Kunden versendet.

 

Christine Szendi

Redaktion www.contao-austria.at

 

Hinweis: Blogartikel zu rechtlichen Themen auf www.contao-austria.at ersetzen KEINE Rechtsberatung, sondern sind nur Hinweise zur aktuellen Rechtslage und beziehen sich auf angeführte externe Quellen. Bitte ziehe im Zweifelsfall und für genauere Informationen einen Rechtsbeistand heran. Die Betreiber der Webseite und die Redakteurin übernehmen keinerlei Haftung für Folgen, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen.

Zurück

Einen Kommentar schreiben